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Wenn die Seele auf den Rücken schlägt
Psychohygiene: Außen und Innen.

von Nils Wiedemann

„Auf einmal war ich lustlos und eines Morgens kam ich nicht mehr aus dem Bett. Die Bandscheibe war rausgerutscht“, beschreibt Renate Bormann-Klenke den Höhepunkt ihrer eigenen Erkrankung. Ihre Probleme waren jedoch in erster Linie nicht die ihres Rückens. Denn der Bandscheibenvorfall, der ihr auf einmal so viele Schmerzen bereitete, hatte seine Ursache nicht zwischen ihren Wirbeln. Sondern in ihrem Seelenleben. ‚Burnout‘ heißt dieser Zustand. Der Betroffene ist physisch und psychisch ausgebrannt und unterliegt chronischer Erschöpfung. Das Zusammenwirken von Körper und Seele hat die Leiterin der „Selbsthilfegruppe Burnout“ in Kirchlinteln am eigenen Leib erfahren. Zu großer Stress und übersteigerter Ehrgeiz führten bei ihr vor 14 Jahren zu dem Gefühl, ausgebrannt zu sein: „Ich überhörte die Signale meines Körpers.“ Das waren Rückenprobleme. Dabei spricht sie von dieser Zeit auch heute noch positiv: „Ich habe viel geschafft und hatte viel Spaß an der Arbeit.“ Beruflich hat Bormann-Klenke viel erreicht im Bereich Organisation und Finanzplanung für Krankenhäuser. Doch mit jedem Erfolg stellten sie und andere Menschen auch wieder mehr Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit. „Man verliert die Kontrolle über das Wollen und Können.“

Seelische Verspannung
Wenn die überforderte Seele sich auf den Körper auswirkt, muss es nicht immer ein Bandscheibenvorfall sein. Andere Auswirkungen können hoher Blutdruck, Tinnitus oder Herzprobleme sein. Doch eines hat die 59-Jährige bei ihrer Arbeit als Coach der Wirtschaft und aus der Erfahrung mit der Selbsthilfegruppe feststellen können: „Verspannt sind die meisten.“ Und diese Verspannungen führen zu Schmerzen. Meist sind dann der ganze Rücken und der Nacken betroffen.

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Sechs Methoden
Klassiker und Unbekannte im kurzen Abriss.

von Götz Paschen

DORN-THERAPIE
Gudrun Bartholomäus (48) ist Heilpraktikerin mit 3-jährigem Vollzeitstudium und stellt eine recht unbekannte Methode vor: "Die Dorn-Therapie ist benannt nach Dieter Dorn, einem Holzhändler aus dem Allgäu, der im Januar 2011 gestorben ist. Dorn hatte einmal starke Rückenschmerzen. Dann lernte er im Nachbarort jemanden kennen, der ihm gut helfen konnte. Diese Anwendungen hat er die kommenden 20 Jahre mit Orthopäden und Physiotherapeuten weiterentwickelt. Die renommierte Therapie, die daraus entstand, wurde nach ihm benannt. Der Therapeut arbeitet an der Wirbelsäule ausschließlich an den Dornfortsätzen, dem Kamm, der beim krummen Rücken herausguckt. Ziel ist, Gelenke oder Wirbelkörper wieder in die ideale Position zu bringen. Dorn arbeitet immer mit Druck und Bewegung. Ein Beispiel: In 96 % aller Fälle ist ein Beinlängenunterschied kein echter, sondern meistens ein Hüftproblem. Diese 96 % kann man mit Dorn beheben. Die Hüfte ist oft die Ursache für Rückenschmerzen."

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