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Gesellschaftliche Teilhabe
30 Jahre auf Rädern durchs Leben.

„Soll ich meine Schuhe ausziehen?“, frage ich, als ich das Haus von Ingo Lange (54) in Ottersberg betrete. „Nee, lassen Sie mal“, antwortet er. „Ich ziehe ja meine Räder auch nicht aus.“ Lange sitzt seit 30 Jahren im Rollstuhl und pflegt einen offenen Umgang mit seiner Behinderung. Als Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Ottersberg setzt er sich ehrenamtlich für die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ein. „Es muss ja heute barrierefrei gebaut werden, aber oft unnötig kompliziert und unnötig kostenintensiv. Der Fahrstuhl am Bahnhof in Rotenburg beispielsweise ist 52-mal im Jahr kaputt – wem nützt das?“ Diese Statistik war ausschlaggebend für die Planung am Ottersberger Bahnhof, in die Lange auch involviert war. Dort gibt es nun eine Rampe.

Kulturelles Programm
Es sind die kleinen Dinge, die einem Fußgänger gar nicht auffallen, die Ingo Lange eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschweren. Zum Beispiel, wenn er auf einer Feier oder einem Volksfest ist, und immer zu seinen Gesprächspartnern aufschauen muss, weil es nur Stehtische gibt. „Wenn ich kulturelle Angebote wahrnehmen möchte, muss ich mich im Vorfeld immer informieren, ob und wie das funktionieren kann. Und selbst dann klappt es nicht immer. Viele Veranstalter denken, Rollstuhlfahrer könnten immer noch ein paar Schritte laufen. Aber wenn ich sage, dass ich GAR nicht laufen kann, stehen die vor einem Problem.“ Oder im Kino: „Dort sind die Plätze für Rollstuhlfahrer separate Boxen.“ Also kein zweisames Film-Vergnügen mit dem Partner oder der Partnerin. „Oft sind die Plätze viel zu dicht vor der Leinwand, sodass man sich den Hals verrenken muss.“ Es sei ein großes Problem, dass die Leute sich die Situation des Rollstuhlfahrers nicht vorstellen könnten. „Aber sie machen sich auch nicht bei Betroffenen kundig.“

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