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Fiets, fietspad und fietsbel
Über eine selbstverständliche Leidenschaft der Holländer.

„Die Holländer fangen gar nicht an mit den Billigrädern, die hier überall fahren. Ein Holländer fährt ein Hollandrad mit einem stabilen Gepäckträger“, so Jan Roosing (55). Er wurde in Rotterdam geboren und ist in Zeist aufgewachsen. 1979 kam er zum Studium nach Ottersberg: „An einem der ersten deutschen Tage, als ich hier morgens zur Fachhochschule fuhr, nahm ich meinen Freund Stefan auf dem Gepäckträger mit. Nach 20 Metern hat die Polizei uns angehalten. Ich habe versucht den Polizisten zu erklären, dass wir in Holland immer so fahren, dass das erlaubt ist. Da mussten wir Bußgeld bezahlen, hatten kein Geld dabei und fuhren mit auf die Wache.“

Bakfiets
Das sind Dreiräder mit Ladefläche vorne (bak = Kasten). „Kleine Umzüge wurden per Fahrrad gemacht. Da hatte man ein bakfiets mit einer Ladefläche von 2 x 1 Meter. Ein Bett kannst du da schon draufstellen. Früher war das ganz normal. In meiner Kinderzeit war es üblich, damit einen Umzug zu machen. Als Student sowieso.“ Ein Holländer benutzt das Fahrrad nicht für Ausflüge, sondern als Verkehrsmittel. „Das mag damit zusammenhängen, dass es nicht anstrengend ist, in Holland Fahrrad zu fahren, weil alles flach ist. Die Bevölkerungsdichte ist dichter und die Wege sind kürzer.“ Es sei schon fast komisch, nach der Beziehung des Holländers zum Fahrrad zu fragen, weil jedermann immer Fahrrad fährt. „In der Innenstadt als Fußgänger muss man sich schon drauf einstellen, dass von allen Seiten die Fahrräder kommen. Als Ausländer ist man vielleicht erschrocken.“ In Ballungszentren wie Rotterdam, Amsterdam und Den Haag sei die Bevölkerungsdichte viel höher als hier. „In den Städten kannst du gar nicht mit dem Auto fahren. Du findest keine Parkplätze und kannst nirgendwo rein.“ Radfahren ist so normal wie Radfahren mit Helm unnormal ist: „Wenn einer mit Helm fährt, ist es ein Deutscher. Oder ein anderer Ausländer.“

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De Blokhuispoort Leeuwarden
Kunst statt Knast: Kreativ statt kriminell.

Peter Selie sitzt in einer Gefängniszelle in Hollands härtestem Knast. Vier Schritte von der Tür bis zum Fenster, zweieinhalb von Wand zu Wand. Auf der sind kleine Kritzeleien mit Bleistift gezeichnet. Hier und da ist die weiße Farbe ein bisschen abgebröckelt. Tageslicht dringt zäh durch die Gitterstäbe und prallt gegen die dicke blaue Tür. Kleine Figürchen aus Glas stehen auf Tischen und in Vitrinen im Raum. Peter Selie ist Glasbläser.

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