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Handgeschöpft
Papier aus Spargel und Pferdeäpfeln.

„In Indonesien wurde Papier aus Elefantendung gemacht, und die haben das an George W. Bush geschickt.“, sagt Gisela Grosse Frie aus Hoya. Gerade füllt sie Wasser mit einem Gartenschlauch in eine Schöpfbütte, ein altes, halbiertes Weinfass. „Ich mache Papier aus Pflanzen.“ Ihr Papier besteht unter anderem aus Spargelschale, Stroh, Orchideen und Brennnesseln. „Bei der Maisernte, hole ich mir die Reste von den Feldern. Ich habe auch schon Papier aus Pferdeäpfeln gemacht.“ Zuhause hat die Schulleiterin einer Grundschule einen 70-Liter Waschzuber mit Holzbefeuerung. Spargelschalen brauchen 3 bis 4 Stunden, ebenso wie Pferdeäpfel. Rhododendron, Rosen und Hanf 8 bis 20 Stunden bis der nächste Schritt zur Weiterverarbeitung folgt. In einer alten Getreidemühle in Bruchhausen-Vilsen schöpft sie die Papier - Unikate.

Vorbereitung
Nicht nur aus Bäumen, wie in der Industrie, könne Papier gemacht werden. „Jede Pflanze hat ihren Zellstoff. Der Zellstoff bestimmt die Struktur und die Farbe des Papiers. Ich möchte noch erkennen können, woraus das Ganze ist. Das ist das Spannende und die Faszination für mich.“ Die Rohstoffe werden mit Soda, einem Waschmittel, gekocht. Die Pflanzenzellen lösen sich auf. „Was übrig bleibt, ist der reine Pflanzenzellstoff.“ Also eine faserige Masse. „Wenn man zu lange kocht, kann man den Stoff überkochen. Die Fasern brauchen eine gewisse Länge. Überkochte Fasern haben diese Länge nicht mehr. Das Papier wird brüchig. Zu kurz gekocht, wird es zu rau, und man bekommt keine gute Verbindung zwischen den Fasern.“ Die Vorbereitung ist aufwändig. Nach dem Kochen muss die Schöpferin die Fasern in einem Sieb auswaschen. „Das dauert sehr lange.“ Die Lauge und die Zwischenzellbestandteile müssen raus. Dann kommt der Holländer zum Einsatz. Die Maschine hat Messer, die gegeneinander laufen. Bis zu zwei Stunden zermahlt der Holländer die Fasern. Faserbrei entsteht. Fertigen Brei friert die Papiermacherin in einer Plastikdose ein, bis sie ihn das nächste Mal braucht. – Auch die Pferdeäpfel hat sie ausgewaschen und den unverdauten Rohstoff genommen. „Stroh zu kochen dauert acht Stunden. Die Pferdeäpfel nur vier. Das Papier war genial. Es war nicht so gelblich wie Strohpapier, eher gräulicher, ein Mischmasch von allem. Es hat nicht gerochen.“

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