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Ein LÖWE im Forst
Langfristige Ökologische Wald-Entwicklung in Niedersachsen.

„Pollenanalytisch lässt sich nachweisen, dass Menschen aus dem Neolitikum (3.000 - 1.500 v. Chr.) schon systematisch Wald gerodet haben“, erklärt Henning Küper (57) historische Zusammenhänge. Er ist Revierförster in Rotenburg. „Unter Karl dem Großen um 800 haben mit der Binnenkolonisation innerhalb des Landes Rodungen im großen Stil stattgefunden.“ Später folgten Holznutzung für Schiffsbau, Salzgewinnung (Salzwassertrocknung), Berg- und Städtebau … „Die ersten Forstregister im Rotenburger Raum sind von 1716. Im 18. Jahrhundert kamen die Heidebauern mit Schafen und Ziegen.“ Die kommenden Aufforstungen fanden mit Kiefer und Fichte statt, weil die Standorte durch den negativen Einfluss der Heide zu arm für den Laubholzanbau waren. Systematische Optimierung folgten: „Richtig angefangen hat es mit der ‘Akte zur Verbesserung der Waldsituation’ zirka 1820.“ 1991 führte die rot-grüne Landesregierung Niedersachsens das für die Landesforsten verbindliche LÖWE-Programm ein: die langfristige ökologischen Waldentwicklung in Niedersachsen. – Soweit der kurze Galopp durch 5.000 Jahre Waldgeschichte.

Löwe-Ziele
„Die Forstfachleute haben die Initialzündung für den Löwen gegeben.“ Ziel des Löwen ist, einen naturnahen, gemischten, artenreichen, ertragskräftigen und schönen Wald zu pflegen. 24,3 % der Niedersächsischen Landesfläche ist Wald. Und das Konfliktfeld Ökonomie - Ökologie? „Mischung, Vielfalt und Strukturen in mannigfaltiger Form gehören zu einem Wald, der gegen Schadereignisse gefeit ist. Dann ist er auch ertragreich.“ Im Wald sind alle Entwicklungen unheimlich langwierige Prozesse. Beispielsweise ist die Beimischung mit Laubhölzern je nach Standort möglich und geboten. „Es ist ein ganz langer Prozess, in dem ich als Förster so ein kleines Rädchen bin.“ Jeder Förster knüpft an die Arbeit seines Vorgängers an. „Ich habe mit meinen beiden Vorgängern lange Gespräche über die Bestände geführt: ‚Wie habt ihr euch das gedacht?‘ – ‚Ich habe es so gemacht, weil ...‘“ Das Löwe-Programm baut auf 13 Grundsätzen auf:

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Projekt ‚Baldwald‘
Aus Acker wird Wald dank Baumpatenschaften.

„Das Land war da und ich hatte Lust, etwas anzupflanzen.“ Ulrich Reinhardt aus Dörverden-Hülsen ist Initiator des Aufforstung-Projekts ‚Baldwald‘. Vor acht Jahren entstand der erste Abschnitt des Laub-Mischwalds. 2008 kam ,Baldwald 2‘ dazu. Nun stehen zirka 13.000 Bäume auf rund vier Hektar Land. „Sie bekommen einen LKW voll Pflanzen. Die können Sie nicht lange zwischenlagern, die müssen in die Erde. Sie brauchen Leute, Leute, Leute, gutes Wetter und einen Boden, der nicht nass ist.“ Der Aufwand war nicht ohne, auch finanziell. „Sie stecken in 1,5 Hektar 15.000 Euro.“ Also entweder Sparbuch plündern oder Mitmenschen daran beteiligen. „Dann kam die Idee mit den Baumpatenschaften.“ Inzwischen haben hunderte von Bäumen Paten aus ganz Deutschland. „Von Kleinkindern aus der Region bis zur 99-jährigen in Frankfurt.“

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